Montag
01.05.2006
Nach
einem kurzen Stopp im "Alten Strom" von Warnemünde,
wo wir Räucherfisch einkaufen, geht es bei Wind ENE
4-5 Richtung
Klintholm auf der Insel Moen (DK). Unter Klüver,
Fock, Groß
und Besan machen wir bei nun 5 Bft sechs Knoten Fahrt. Um 18.15 h
heißt
es: Maschine starten - Segel bergen- Radar an. Wir sind
im dichten Nebel. Nach Radar Navigation und Nebelsignal machen wir nach
9 Stunden Fahrt im Hafen von Klintholm fest.
Dienstag
02.05.2006
Heute liegen 95 sm vor uns. Das
Ziel heißt Rönne
auf der Insel Bornholm (DK). Wir lassen die Segel unten und fahren
unter
Maschine. Mit dem Sonnenuntergang kommt wieder der Nebel. Die
Echos
auf dem Radarschirm machen uns auf andere Schiffe und Tonnen
aufmerksam.
Der Wind ist saukalt!. Mittels Zwiebeltaktik
halten wir uns warm. Dreißig
Minuten nach Mitternacht, nach 12,5 Stunden, laufen wir in
Rönne ein.
Es gibt noch ein Anlege-Bier ( die Zeit muss sein), dann ab in die Koje.
Mittwoch
03.05.2006
Hafentag in Rönne ( Foto
unten
). Fischer Jens bringt uns zwei frische und einen
geräucherten
Lachs,
zehn
bratfertige Schollen sowie für die Feinschmecker unter uns
Dorschleber
und Rogen. Ein Lachs wird von Ulli unter Verwendung von Salz, Honig,
Dill
und Petersilie (getrocknet) und grobem Pfeffer zu Graved
Lachs hergerichtet
und für 36 Stunden zum Reifen in die Bilge verbannt. Die
Crewmitglieder
nehmen ein Sonnenbad oder erkunden den Ort.
Donnerstag
04.05.2006
Neksö auf der
östlichen Seite von Bornholm
heißt das Ziel heute. Die 36 sm bei Wind E 5 Bft schaffen wir
mit
zwei Reffs im Großsegel in 5 Stunden. Dabei müssen
wir das betonnte
Schießgebiet der Dänen südlich der Insel
zwischen Boderne
und Gedebak Odde umfahren.
Freitag
05.05.2006
Heute liegen nur 18 sm vor uns.
Doch vorher genießen
wir Ullis Graved Lachs. Dann steuern wir unter Segel
nord-östlich
von Bornholm die Insel Christiansö mit ihrer kleinen
Schwesterinsel
Frederiksö an.. Beide Inseln sind durch eine schmale
Fußgängerbrücke
verbunden. Sie stehen unter Naturschutz. Nur 100 Menschen leben dort.
Es
gibt keine Autos Aber ca. 80.000 Touristen besuchen
jeden Sommer
die Inseln.. Geht man an Land, betritt man eine alte Festung. Nur zwei
mal am Tag läuft eine Fähre Christiansö an.
Wenn die Inselbewohner
etwas auf Bornholm zu erledigen haben, müssen sie dort
übernachten,
bevor sie am nächsten Tag auf ihre Insel
zurückkehren
können. Bevor wir in den Hafen einlaufen wird von Bord aus
geangelt.
Natürlich mit Fischerei Erlaubnisschein!
Unser Fang: Zwei Dorsche
(
Bild).Da muss man eben
zukaufen.
Samstag
06.05.2006
Wir verlassen
Christiansö bei Wind NE5 Bft
und ca. 3,5 Meter hohen Wellen mit Ziel Hasle an der Westküste
von
Bornholm. Die Aussicht, dort frisch geräucherte Lachsseiten
kaufen
zu können, lässt uns den sehr kalten NE-Wind
vergessen. Die 22
sm sind nach 5 Stunden geschafft. Die geangelten
und zugekauften
Dorsche werden gekocht und auf Gemüse serviert. Ein
Spezialrezept
von Dieter. Es schmeckt sehr gut. Am nächsten Morgen ist die
Enttäuschung
groß. Die Räucherei bietet keinen
geräucherten Lachs an.
Wegen geringer Nachfrage in der Vorsaison. So
begnügen
wir uns mit geräucherten Heringen. Dem Bornholmer Gold.
Sonntag
07.05.2006
Der Wetterbericht verspricht
nichts Gutes. Wind NE in
Stärken 5-6 Bft. Doch für unseren NW-Kurs
nach Ystad an
der schwedischen Südküste nicht schlecht. Mit halben
Wind unter
Sturmklüver, Fock, zweifach gerefften Groß und Besan
erreichen
wir zeitweise 8 kn. Dann flaut der Wind überraschend
auf 4 Bft
ab, um später doch wieder auf 6 Bft
zuzulegen. So benötigen
wir für die 33 sm knapp 5 Stunden. Am Abend
schlendern einige
von uns durch die lange Einkaufsstrasse in Ystad´s
Innenstadt. Es
herrscht sonntägliche Abendruhe.
Montag
08.05.2006
Ystad liegt hinter uns und 53 sm
bis Klintholm liegen
vor uns. Der Wind hat auf ENE bei 4-5Bft, zeitweise 6 Bft, gedreht. Vor
dem Wind und später raumschots laufen wir zwischen 4,5 und 6,5
Knoten.
Nach 12 Stunden sind wir zum zweiten mal auf dieser Reise in Klintholm
fest. Vor der Einfahrt bildet die Bucht eine
Winddüse. Der Wind
bläst hier mit 6-8 Bft und schiebt uns, nur unter
Klüver laufend,
mit 4,5 Knoten bis vor die Hafenmole. Der Rumgrog im Hafen
lässt uns
den kalten Wind vom Tage schnell vergessen.
Dienstag
09.05.2006
Von Klintholm geht es heute nach
Gedser. Wir legen 10.30
h ab. Nur unter Sturmklüver und Fock gehen wir den
Törn an. Später
setzen wir noch das Großsegel und binden 2 Reffs ein. Nach 33
sm
sind wir um 18.25 h in Gedser fest. Im Yachthafen liegen in dieser
Jahreszeit
wenige Schiffe. Der Sonnenuntergang mit seinen tollen Farben
fasziniert
uns. Unsere Cameras leisten Schwerstarbeit!
Mittwoch
10.05.2006
Es ist der erste
warme Tag unserer Reise. Der
kalte Wind bleibt aus. Die Overalls bleiben unter Deck. Wir laufen die
26 sm nach Warnemünde unter Maschine. Bereits am
frühen Nachmitag
liegen wir dort im Alten Strom. Unweit einer
Eisdiele. Der Versuchung
können wir nicht widerstehen. Die Eis Portionen der
Crewmitglieder
liegen zwischen 3 bis 9 Kugeln. Namen werden hier nicht genannt.
Donnerstag
11.05.2006
Die Ostsee präsentiert
sich als Ententeich.
Kein Wind. Keine Welle. Warmer Sonnenschein. Blauer, wolkenloser
Himmel.(Bild oben )
Mit durchschnittlich 5 kn unter Maschine
laufen wir
37 sm nach Timmendorf auf der Insel Poel. Zur Mittagszeit
kocht Dieter
Linsensuppe mit Würstchen. Am Nachmittag
überrascht er
uns mit Kuchen. Donnerstag ist eben Seemanns-Sonntag.
Freitag
12.05.2006
Wir starten zur letzten Etappe
unseres Törns. Wieder
Ententeich. Wieder Maschine an. Erst später, kurz vor
Travemünde
frischt der Wind auf 3 Bft auf. Schnell setzen wir alle Segel. Noch
einmal
einen Schlag in die Neustädter Bucht. Es ist, als
wollte Rasmus
sich für die täglichen Rumgaben bedanken. Dann
laufen wir
mit raumen Wind unter Vollzeug Trave aufwärts, vorbei an den
interessierten
Touristen am Ufer, in den Travemünder Fischereihafen ein. Dann
der
Punkt auf dem i: Anlegen am Steg unter vollen Segeln. Ohne
Maschinenhilfe.
Nun nur noch einklarieren und die Zollflagge runter. Mit Cola-Rum und
Vino
de Porto begießen wir anschließend noch recht lange
die "Gute
Heimkehr".
Samstag
13.05.2006
Die letzten Stunden an Bord. Wir
klaren auf. Grundreinigung
von Kammern, Salon, Kombüse, WC und Deck. Segelkleider
über die
Segel. Eine letzte Kontrolle der Fender und Festmacher. Dann
heißt
es: Auf Wiedersehen bis zum
nächsten
Törn.

Auf
der Insel
Frederiksö.
