Segeln im Ionischen Meer.                             
6-Tagetörn Korfu-Levkas-Korfu

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Rückblende: Sommer  2001
Während eines Segelwochenendes  mit Freunden vom Kiwanis Club Stuttgart auf meiner Yacht  in der Lübecker Bucht   kam die Idee auf:
Wir, das sind Jörn, Jörg, Bernt und ich, segeln einmal irgendwann gemeinsam im Mittelmeer. Das Revier war dann schnell gefunden: Das Ionische Meer.

März 2003
Bei SCANSAIL YACHTS in Hamburg chartern wir für 1 Woche im September eine Sun Odyssey 36.2 ab Marina Gouvia auf der Insel Korfu.
13.09.2003
Es ist soweit!! Kurz vor Mitternacht treffe ich in der Marina in Gouvia ein. Die Crew, zu der nun auch Hans-Jürgen gehört, war bereits früher am Abend aus Stuttgart eingeflogen. Sie treffe ich in einer Taverne in dem kleinen Ort. Nach einem "Nachtessen mit Wein" heißt es  am Bord: Sachen stauen.  Dann verkriecht sich  jeder  übermüdet  in seine Koje. Jörn beschließt, wie auch in den kommenden Nächten, im Cockpit zuschlafen.
14.09.2003
Nach dem Frühstück bunkern wir Trinkwasser in Flaschen und Stangeneis als Grundkühlung für den Kühlschrank. Lebensmittel und Getränke waren bereits verstaut Die anschließende Einweisung auf der Yacht durch das Marina Personal ergibt keine Probleme. Jörn als Co-Skipper verteilt Schwimmwesten und Lifebelts an die Crew und übt mit ihnen das Anlegen der Rettungsaurüstung. Auch das MOB-Manöver wird besprochen. Um 12.10 h heißt es dann "Leinen los", mit Ziel Lakka auf der Insel Paxos. Der Wetterbericht hatte ESE 1-2 Bft, später 2 -3 Bft angekündigt. Bei mäßiger Brise, aber bei Sonnenschein ohne Wolken am Himmel und +28°C, passieren wir die Festung vor Korfu Stadt und gehen auf Kurs 138°. Um 15.55 h, auf Position N 39°14`; E 20°09`, nehmen wir mit Kpk 186° direkten Kurs auf die Buchteinfahrt von Lakka. Die Bucht an der Nordspitze der Insel Paxos ist traumhaft (Foto). lakkaSie ist gut geschützt und die Ansteuerung ist einfach. Nach 33 sm fällt um 17.30 h (14.30 h UTC) der Anker. Er hält erst nach dem 2. Versuch auf dem Sandgrund. Wir genießen das erste Bad im +25°C warmen, glasklaren Wasser. Spät am Abend  lassen wir uns, nach einem Bummel durch die engen Gassen des Ortes mit alten Häusern, im Garten einer Taverne, bei der "Österreicherin", die gegrillte Lammkeule und den Landwein schmecken. Nach 00.00 h dringen auf dem Boot Schnarchgeräusche aus den Kammern.
15.09.2003
Jörn holt den Wetterbericht per SMS auf das Handy: UTC 06.00h, SE 3-4 Bft; UTC 12.00h ESE 3-4Bft. Unser Ziel heute, die Stadt Preveza auf dem griechischen Festland. berntAlso dort hin, wo der Wind her kommt. Um 10.30 h geht der Anker auf. Unter Genua und Großsegel kreuzen wir mit Bernt als Rudergänger (Foto) bei Wellenhöhen von 1- 2 m unserem Tagesziel entgegen.
Um vor Sonnenuntergang Preveza  erreichen zu können, rollen wir um 13.00 h die Genua ein und fahren unter Maschine mit dem Groß als Stützsegel und  Kpk 100° den Ansteuerungstonnen von Preveza entgegen. Um 18.15 h liegen wir nach 43,5 sm  römisch-katholisch dort am Kai  fest.  Die Altstadt  mit ihren kleinen Häusern ist sehr reizvoll und auch ideal für einen Einkaufsbummel. In den engen Gassen bieten sich viele Freiluft-Restaurants zum Abendessen an. Für uns ist heute "Fischtag". Noch bis spät in die Nacht hinein dringt  Musik aus einer Hafendisco bis in unsere Kojen.
16.09.2003
Hans-Jürgen hat Geburtstag. Durch ein "Happy birthday" von Crew-Chor wird er am Morgen aus seinen Träumen gerissen. Frühstück mit Schinken und Ei gibt es  in einem Restaurant in frischer Morgenluft,  nur 5 Schritte von unserem Boot entferrnt (Foto).crew Um 11.00 h legen wir ab. Unter Maschine bringe ich das Boot durch die enge, betonnte Fahrrinne aus dem Hafen. Das Ziel heute ist die Vlychon Bucht bei der Insel Levkas. Bei Pos. N 38°55`; E 30°43`wird um 11.30 h die Genua gesetzt. Wir laufen bei 3-4Bft mit 5,0 Kn vor dem Wind. Hans-Jürgen steuert mit Kurs 190° in Richtung Einfahrt Levkas Kanal. Die Schwimmbrücke auf dem Kanal öffnet nur zu jeder vollen Stunde. Mit uns sind 5 weitere Yachten um 12.50 h vor der Brücke unter Maschine  in der Warteschleife. Um 13.00 passieren wir die offene Durchfahrt. Die Geschwindigkeit im Kanal, der durch ein Lagunengebiet zwischen  Insel und Festland führt, ist mit max. 5kn vorgeschrieben. Vorbei am alten Hafen von Levkas Stadt und der neuen Marina verlassen wir nach ca. 1 Std. Fahrt den Kanal und nehmen mit Kpk 166° unter Genua und Groß Kurs auf die Insel Skorpios, dem Privatbesitz der Reeder-Familie Onassis. Wir fahren an der kleinen Insel Madouri, dem Hafen von Nidri auf Levkas und  der Tranquil-Bucht vorbei und steuern unsere Yacht durch die enge Einfahrt in die Vlychon Bucht. Nach 12 sm unter Segeln und 5,8 sm unter Maschine fällt um 16.00 h auf Pos. N 38°41,3`; E 20° 42,5` dort der Anker. Hans-Jürgen spendiert  aus Anlaß seines Geburtstages den "Ankerschluck"! Per Dinghi geht es  nach dem Baden an Land zum "Restaurant Dimitri". In lauer Abendluft unter einem sternenklaren Himmel lassen wir uns die griechischen Gerichte und den Landwein schmecken.
17.09.2003
Heute liegen 48 sm vor uns. Das geplante Ziel  heißt Parga, eine, laut Törnführer, malerische Stadt an der Westküste Griechenlands. Laut Wetterbericht erwartet uns ein Wind mit  E 3 Bft. Ohne Frühstück bergen wir um 09.25 h den Anker. Mit 6  Kn unter Maschine fahren wir in Richtung Levkas Kanal. Wähend der Fahrt holen wir unser Frühstück nach. In der neuen Marina von Levkas bunkern wir Diesel, Frischwasser und Lebensmittel. Dann passieren wir wieder die schwimmende Brücke und setzen um 12.10h die Segel. Da der Wind auf ENE gedreht hat, ändern wir unseren Kurs. Das neue Tagesziel heisst nun, in Erinnerung an die guten Lammkeulen, wieder "Lakka". Nach zwischenzeitlicher Flaute frischt der Wind um 17.45 h mit NW 4-5 Bft wieder auf. Bei  2 Metern hohen Wellen kreuzen wir mit max. 7Kn auf. Um 19.30 h, kurz vor Sonnenuntergang, fällt der Anker in der Bucht von Lakka. Erfreut über das schnelle Wiedersehen spendiert uns die "Österreicherin" nach dem Abendessen eine Runde "Zippero" - er (nicht sie)"zieht uns die Socken aus"!
18.09.2003
Unser heutiges Ziel liegt vor dem Festland. Es sind die Syvota-Inseln. Sie liegen nur 10 sm nord-östlich von Lakka entfernt. Mit Kurs 36° geht es bei nördlichen Winden mit 3Bft um 11.30 h dem Festland entgegen. Blauer Himmel, guter Wind. Wir genießen den Törn unter Segeln. Doch Rasmus macht dem Vergnügen je ein Ende. Der Wind schläft nach nur 1 Stunde Segelfreuden ein. Das nahe Ziel vor Augen, warten wir 1 Stunde auf die hier üblichen thermischen Mittags-Winde. Doch Rasmus schickt sie uns nicht. Also werfen wir den "Jockel" an und steuern mit 5 kn Fahrt die Syvota Inseln an. In der herrlichen Bucht zwischen der Insel Mikro Mourtemeno und dem Festland ankern wir bei 4 m Wassertiefe auf Pos. N 39°23,9`, E 20°14,2`. Tagsüber herrscht hier lebhafter, aber interessanter(!) Wassersportbetrieb durch die überwiegend jungen englischen Gäste eines Club-Hotels. Ab 18.00 h gehört uns die Bucht allein! sundowner   Wir nehmen unseren Sundowner und freuen uns über den tollen Sonnenuntergang mit seinen wechselnden Rottönen am Himmel (Foto). Bei leiser "background" Musik aus unseren Aussenlautsprechern im Cockpit stillen wir spät am Abend unseren Hunger und Durst mit "Spaghetti nach Jörg´s Art". Dazu schmeckt uns der griechische Rot- und Weiswein. Noch lange in der Nacht hören wir Musik und Lachen aus einer auf einer Anhöhe liegenden Hoteldisco. Doch müde vom Baden und vom Wein verziehen wir uns irgendwann in der späten Nacht - oder frühen Morgen - in unsere Kojen. 
19.09.2003
Um 09.30 h heißt es: " Anker auf zum letzten Törn". Heute wird die "SY ALMYRA" wieder zurück nach Gouvia gesegelt. Vorher legen wir, nach einer Schleichfahrt durch die Enge zwischen der Insel A. Nikolaos und dem Festland mit nur 0,30 m Wasser unter dem Kiel, einen Zwischenstop  im Hafen von Mourtos auf dem Festland ein (Foto). Mourtos ist ein kleiner Fischerhafen. Auch Ausflugsboote mit Touristen kommen hierher.  Wir machen römisch-katholisch am Kai fest und nehmen dort in der frischen Morgenluft in einem der Hafenrestaurants unser Frühstück ein. Bei Sonnenschein aber 0,0 Bft Wind geht es um 11.00 h unter Maschine mit 7 Kn Fahrt und Jörg als Rudergänger auf Kurs 315°.muortos Das Ziel heißt: Insel Korfu. Es herrscht reger Schiffsverkehr, der unsere ganze Aufmerksamkeit erfordert. Um 15.00 h fällt vor der Gouvia Bucht noch einmal der Anker. Das letzte Bad im Ionischen Meer ist angesagt. Später in der Marina  füllen wir an der Schiffs-Tankstelle Diesel auf und machen dann  an einer Muring und mit Achterleinen am Kai bei  der Firma "Athenian Yachts" fest.
In Gedanken an die Heimreise am nächsten Tag bummeln wir noch einmal durch den kleinen Ort. Mit einem landestypischen Abendessen mit Wein, Musik und "Seemannsgarn" geht der kurze, aber schöne Törn mit meinen 4 schwäbischen Kiwanisfreunden zu Ende. 





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