| Mit einem ehemaligen Postschiff
zur
Westküste Grönlands bis zur Festeisgrenze. |
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| Es
war entschieden. Wir lassen meine Segelyacht "VAGABUND"
in der Marina Baltica in Travemünde am Steg und buchen eine
Kabine
auf einem "richtigen Dampfer" mit Ziel 80°N, Eisgrenze an
Grönlands
Westküste.
13. August 2001 20.40 Uhr Ortszeit landet unsere Maschine der SAS in Kangerlussuaq, unserem Ausgangspunkt zur "Expedition Thule". Wir wollen als Gäste an Bord des ehemaligen Postschiffes, der "MS Brand Polaris", zusammen mit 69 weiteren Personen entlang der grönländischen Westküste soweit wie möglich nach Norden bis an die Eisgrenze vordringen. Die "Brand Polaris" liegt in der Bucht vor Anker. Zodiacs bringen uns an Bord. Unsere Außenkabine ist 15qm groß und besitzt 2 Bullaugen. Sie ist für die nächsten 14 Tage unser "Heim". Noch in der Nacht heißt es "Anker auf". Wir brechen auf und träumen von einer unberührten Welt mit bizarren Eislandschaften, aktiven Gletschern, wilden Tieren und gastfreundlichen Menschen, den Inuits, die der Tradition verbunden in ihren hübschen kleinen Orten leben. 14.August 2001 Nach dem Frühstück findet an Bord ein Sicherheits- und Informationsbriefing statt. Wir üben das Anlegen der Schwimmwesten. Anschließend erkunden wir das Schiff. Es wurde 1968 als Postschiff in Dienst gestellt und 1997 total renoviert. Doch der Rost zeigt sich bereits wieder überall an den Decks. Mit der Eisklasse 1A,1 besitzt es die höchste Eisklasse. Es ist 70,5 Meter lang, 13,5 Meter breit und fährt mit einer maximalen Geschwindigkeit von 12,5 Knoten, das sind 22,7 kM/h. An Bord gilt "open bridge". So können wir zu jeder Zeit auf der Brücke die erforderlichen Manöver verfolgen. Als "alter Navigator" interessiere ich mich natürlich für die vorhandenen GPS- und Radarsysteme. Kurz vor unserem Tagesziel Sisimiut "winkt uns ein Buckelwal" mit seiner grossen Fluke zu. Gegen 11.00 Uhr laufen wir bei strahlender Sonne dort ein. Sisimiut ist mit 5000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Grönlands. Wir besichtigen das alte Kolonialzentrum. Bei der ältesten Kirche Grönlands fällt uns der große Bogen aus Walkiefern auf. Vor dem Auslaufen des Schiffes erwandern wir die sog. Tele-Insel und machen die erste Bekanntschaft mit den Grönlandmücken. Bevor wir gegen 19.00 Uhr Sisimiut mit dem Ziel Ilulissat verlassen, präsentiert uns an Steuerbord ein Inuit seine Künste im Kajak. - Eskimorollen in vielen Variationen 15.August 2001 Nicht weit entfernt von der Disko-Insel liegt Ilulissat. Gegen 11.00 Uhr erreicht unser Schiff die drittgrößte Stadt Grönlands auf Position 69°13´N; 051°06´W, deren Namen "Eisberg" bedeutet. Er weist auf den noch aktivsten Gletscher der nördlichsten Hemisphäre hin, wo täglich 20 Mio. Tonnen Gletschermassen kalben. Bereits unterwegs begegnen uns die ersten riesigen Eisberge auf dieser Reise. Vom Hafen aus geht es mit einem kleinen Kutter in den Eisfjord. Zwischen den Eisbergen, von denen einige mehrere 100 Meter lang sind bei 16.August 2001 Wir fahren weiter gen Norden mit dem nächsten Ziel Uummannaq. Doch vorher geht das Schiff gegenüber von Uummannaq in Qilakitsoq vor Anker (Foto). Mit den Zodiacs setzen wir über zu der Fundstelle der 1972 dort entdeckten Gräbern mit sehr gut erhaltenen Mumien. Qilakitsoq bedeutet "der Himmel ist niedrig". Auf Position 70°40´N; 052°07´W ankern wir bei +16°C und Sonnenschein anschließend vor Uummannaq. Eine Wanderung an Land, über Anhöhen und durch Tälern mit bunten Wiesen und Geröll führt uns nach 2 km zum "Sommerhaus des Weihnachtsmannes". Bereits beim Anlegen mit dem Zodiac in der Stadt grüßt des Weihnachtsmannes rote Mütze vom nahen Hotel herüber. Als Zeichen, dass "Santas" seinen Sommersitz hierher verlegt hat. 17.August 2001 Ein Blick aus dem Bullauge zeigt uns, dass, während wir noch schliefen, das Schiff bereits an der alten Verladeanlage des 1940 stillgelegten Marmor-Bruchs "Schwarzer Engel" festgemacht hatte. Der hier gefundene Marmor gab den Ort auch seinen Namen: "Marmorilik". Im Fjord von Marmorilik tauchen plötzlich 2 Finnwale auf. Wir sehen ihren Blas und beobachten sie mit Glas und Kamera, wie sie den Fjord hinauf und wieder zurück schwimmen. Eine kleine kletterfreudige Gruppe von uns erinnert sich daran, dass sich diese Reise "Expedition" nennt. Sie bricht auf zu einem Aufstieg mit extremen Steigungen (max.45°) über Geröll und durch Bächen zu den Resten des Expeditionslagers "Lager Grünau" des deutschen Polarforschers Alfred Wegner aus dem Jahre 1930 . Um 14.00 Uhr geht es weiter mit Kurs Rinks Gletscher. Bereits beim Abendessen hören wir beim Durchfahren der Eisfelder das Dröhnen und Scheuern des Brucheises und der Eisschollen am Runpf des Schiffes. Im Schein der späten Abendsonne erreicht die Brand Polaris gegen 21.00 Uhr die Eisbarriere des Gletschers. Fotoapparate klicken und Videokameras laufen. Der blutrote Himmel der Mitternachtssonne bildet den fotogenen Hintergrund für tolle Motive. 18.August
2001
00.45
Uhr.
Schon im Halbschlaf werden wir von Knack- und
Schürfgeräuschen
an der Bordwand geweckt. Ein Blick aus dem Kabinen-Bullauge zeigt uns:
Eisschollen in der Mitternachtssonne! Wir durchfahren ein
Eisschollenfeld.
- Nähern wir uns bereits der Eisgrenze? Raus aus dem
Schlafanzug.
Rein in die warmen Sachen. Rauf auf das Deck. Wir trauen unseren Augen
nicht. Eisschollen so weit das Auge reicht.(Foto
)
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